Wer sind wir?

Wir sind Betroffene!

Wir sind Betroffene von sexuellem Missbrauch während unserer Kindheit und/oder Jugendjahren durch Priester oder Ordensleute.

Wir wollen nicht mehr schweigen!

Im Oktober 2019 haben wir die Selbsthilfegruppe für Menschen, die in der Kindheit/Jugend sexuelle Gewalt im kirchlichen Umfeld erlebt haben, gegründet. In einem geschützten Rahmen und im gegenseitigen Vertrauen tauschen wir uns über unsere belastenden und oft sehr schmerzvollen Erinnerungen aus der Vergangenheit aus und sprechen über unsere Erfahrungen in der aktuellen Lebenssituation. Innerhalb der Selbsthilfegruppe wollen wir die Auswirkungen des erlittenen Missbrauchs auf unser heutiges Leben als Erwachsene aussprechen und verarbeiten. Wir suchen gemeinsam nach Lösungswegen für mögliche Verarbeitungsschritte.

Unsere Selbsthilfegruppe wächst ständig und umfasst Mitglieder aus mehreren deutschsprachigen Kantonen. Wir setzen uns dafür ein, dass möglichst viele Opfer, Frauen wie Männer, die notwendige Aufmerksamkeit erhalten und ermöglichen so den hilfreichen Austausch mit anderen Betroffenen. Unser Motto lautet:

Reden hilft!

Warum diese Selbsthilfegruppe mit dem Zusatz «im kirchlichen Umfeld»?

Es existieren in der Schweiz bereits mehrere und teils recht erfolgreiche Selbsthilfegruppen zum Thema «Sexueller Missbrauch im Kindesalter». Unsere Besonderheiten sind:

Ein wesentlicher Grund liegt darin, dass die pädophilen Missbrauchstäter gleichzeitig Mitglieder einer mächtigen Organisation sind, bzw. waren, die sich als die moralische Instanz inszeniert. Sexueller Missbrauch durch hochgelobte und «unantastbare» klerikale Autoritätspersonen zerstört jegliches Vertrauensverhältnis. Neues Vertrauen zu schaffen, das ist unser Ziel!

Mehrere Betroffene beklagen, dass Verantwortliche in unterschiedlichen Bistümern immer wieder darauf hinweisen, dass die offizielle Kirche keine Verantwortung für die Taten übernehmen kann oder will, sondern nur die Täter alleine dafür verantwortlich seien. Solche Aussagen haben fatale Wirkungen und sind nur schwer zu ertragen. Dagegen wehren wir uns!

Das Verschweigen, das Vertuschen und das Nichtwahrhabenwollen behindert einerseits bei den Betroffenen den erforderlichen Verarbeitungsprozess und andererseits verunmöglicht dies auch die dringend notwendige Aufarbeitung innerhalb der Kirche. Missbrauchsopfer verlangen von der Kirche Offenheit, Ehrlichkeit und die Anerkennung des Leidens. Dafür setzen wir uns ein!

Obwohl sich mehrere Betroffene längst von der offiziellen Kirche verabschiedet haben, sind alle Betroffenen daran interessiert, dass die Kirche den sexuellen Missbrauch endlich umfassend aufarbeitet, Verantwortung übernimmt und die notwendigen Konsequenzen daraus zieht. Dafür kämpfen wir!

Betroffene erwarten in allen Bistümern der Schweiz eine professionelle und vor allem hilfreiche Begleitung. Diese Unterstützung erhoffen wir auch für unsere Selbsthilfegruppe!